Events und Specials

Kärntner Kirtag

08. + 09. September 2017

die wörtherseer LIVE jeweils ab 18:30

Kartenverkauf ab sofort im Restaurant

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Speisen Sie unter freiem Himmel

Grillspezialitäten

Jeden Donnerstag und Freitag
grillen wir bei Schönwetter für unsere Gäste
von 17:00 bis 22:00 Uhr

Gustieren Sie gleich in unseren Grillspezialitäten

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Tagesmenü / Weekend

Spezialitäten 19. 08. - 22. 08. 2017

Cremige Kichererbsen Suppe

Mediterraner Salatteller
Altwiener Backfleisch
Penne trifft Garnelen

Heidelbeer – Pancakes

Goldener Adler - historisch betrachtet

Wann das Gasthaus errichtet wurde, ist unbekannt. Im Hauszeichen ist die Jahreszahl 1556 ausgeschnitten. Diese Angabe lässt jedoch eher auf den Umbau oder die Neuerrichtung eines bestehenden Lokales schließen. Durch die Lage an der wichtigen Nord-Süd-Verbindung von der Donau nach Böhmen und Mähren, nach Znaim, Prag, Dresden und Berlin bis an die Ostsee, erscheint es naheliegend, dass bereits im Mittelalter eine Herberge existierte. Die Reisen zu Fuß oder mit Pferden erlaubten kaum Wegstrecken von mehr als 30 km pro Tag. Für die Fahrt von Wien nach Prag benötigte die Landkutsche im Jahre 1790 sechs Tage. Mit Bus oder Bahn legt man diese Strecke heute in ca. vier Stunden zurück. Auch die Erteilung des Marktrechtes 1497 lässt annehmen, dass die Brüder Zelking den Ausstellern und den Besuchern der Wochen- und Jahrmärkte Verpflegung und Unterkunft angeboten haben. In ihren Vermögensaufstellungen erwähnten sie im 16. Jh. allerdings kein Wirtshaus in Sierndorf.

Schriftliche Aufzeichnungen zum „Hofwirtshaus“ finden sich erst ab dem Jahre 1650 in den Aufzeichnungen der Pfarre. In den Matriken sind die Geburten, Trauungen und Todesfälle der Bewohner, aber auch der durchreisenden Gäste verzeichnet und geben uns Auskunft über das Geschehen. Die Pfarrer berichten von Entbindungen durchreisender Mägde, Dienerinnen und Hausiererinnen, die im Gasthaus von Wehen überrascht wurden. In vielen Fällen war dann der Gastwirt oder ein Kellner Taufpate. Doch nicht nur über Geburten wurde berichtet. Mehrere Eintragungen zeugen von Unfällen mit den manchmal schreckhaften Pferden. Diese endeten für einige Knechte tödlich. Gelegentlich fielen schlafende Kutscher vom Wagen und wurden überrollt. Reisende, welche erkrankten, wurden in diesen Fällen von dem Bader gepflegt.

Von Bränden wurde das Wirtshaus mehrmals heimgesucht. 1676 brannte der Großteil des Ortes ab. 1743 gab es zwei weitreichende Brände. Im Jahre 1786 brach in der Scheune Feuer aus, bei dem auch das Gasthaus und benachbarte Häuser zerstört wurden. Die Wiedererrichtung erfolgte im theresianischen Stil. Dabei dürfte auch der Ausleger des Hauszeichens (der goldene Adler) erneuert worden sein. 1794 schlug ein Blitz ein, welcher, zum Glück, nicht zündete. Letztlich zeugen Berichte von dem Scheunenband im Jahre 1901.

Für die Ortsbewohner stellte das Wirtshaus immer einen Treffpunkt dar. Hier trafen Marktrichter, Pfarrer, Herrschaftsverwalter, Gerichtsdiener, Gewerbetreibende, Bauern, Knechte und Diener aufeinander. Nach Abschluss der jährlichen Kirchenrechnung lud der Pfarrer die Beteiligten zu Brot, Fleisch und Wein ein. Nur in der Fastenzeit wurde das Fleisch durch Rucola-Salat ersetzt. Bier wurde früher anscheinend als kindgeeignet betrachtet. Nach der Feier zum 100. Todestag von Friedrich Schiller erhielten die vortragenden Schüler anno 1905 im Gasthaus Huber Bier und Würstchen.

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts fanden, nach der Gründung von Burschenschaften und Vereinen, Bälle zur Finanzierung der gemeinnützigen und in vielen Fällen auch politisch motivierten Gemeinschaften statt.

Der erste dokumentierte Sierndorfer Wirt ist Andereus Wenzeslaus, welcher am 19. Februar 1645 in Klosterneuburg bestattet wurde. Nachfolgend wurde das herrschaftliche Wirtshaus bis zum Jahre 1861 von einer Reihe an Pächtern betrieben. Nach dieser Zeit wurde der Goldene Adler, im Zuge der Grundentlastung, an den Pächter Johann Wasserburger übergeben. Darauf folgte die Familie Giesswein, deren Name älteren Einwohnern noch bekannt ist. In weiterer Folge wurde das Wirtshaus von 1897 bis 2016 innerhalb der Familie weitergegeben.

Am 4. Juni 2016 erwarb die Marktgemeinde Sierndorf das Areal von deren Nachfahrin Waltraud Steiner.

Nach traditionsbewußter und liebevoller Revitalisierung des Hotels, der Gaststube und des gesamten Aussenbereichs eröffneten wir, Karin Johne und Maro Gruber, den Goldenen Adler am 9. Juli 2016.

Goldener Adler - die Tradition lebt   

Verwendete Quellen:
K&V Jüthner / Matriken der Pfarre Sierndorf / Fassion der Marktgemeinde / Schulchronik der VS / ANNO, Zeitschriftenarchiv / Wirtschaftsbücher d. Herrschaft Sierndorf